Regenbogen der Liebe

Alle Mann an Bord
– hör den Ruf im Wind,
die Segel gespannt,
weil wir Suchende sind.

Ein Wort liegt verborgen,
 weit über Zeit und Ort,
wir setzen fort die Reise –
gesucht wird das Wort.

Doch bevor es sich zeigt,
bevor es erklingt,
umrunden wir Welten,
bis Erfahrung uns singt.

Der Regenbogen
überspannt das Himmelszelt,
der Pfeil trifft mittig ins Herz
gleich unsere Welt.

Und wir fallen hinein
in das Licht, das uns hält,
in die göttliche Liebe,
die alles erhellt.

Verborgen im Tal
ruht die Zahl so still,
manch Erzähler verzweifelt,
weil er wählen will.

Die Buchstabensuppe
will schmecken, nicht nur sein,
der Klang aus dem Munde
führt ins Geheimnis hinein.

Der Regenbogen
küsst das Meer,
taucht in die Tiefe,
vereint Wasser und Feuer
im Sein.

Alle Mann an Bord,
jetzt segeln wir fort,
nicht wir sprechen das Wort –
der Wind spricht hinfort.

Durch Meere der Zeit,
durch Tiefe und Grund,
wird Wahrheit Erfahrung
und der Stimme Mund tut kund.

.Dann erzählen wir Geschichten,
ohne Ziel zu verfehlen,
wie sich Geist und Materie
still miteinander vermählen.

 Was getrennt schien im Blick,
findet Einheit im Sein,
und das Wort wird lebendig,
nicht gedacht – sondern rein.

Durch den Geist, der erhoben,
männlich, weiblich nun eins,
sind wir verbunden
mit Oben und Unten zugleich.

ELJANEUP, 17.1.2026